Eine ausführliche Schritt-für-Schritt Anleitung erleichtert Ihnen das Verlegen von Semmelrock Pflaster.
1. Schritt - Rütteln
Untere und obere ungebundene Tragschicht aufbringen und verdichten
Innerhalb der Randeinfassung wird die Tragschicht auf den (vorher standfest verdichteten) gewachsenen Boden aufgebracht. Sie besteht aus Schotter mit einer Körngröße von 0/63 mm.
Wichtig:
Gefälle für die Entwässerung berücksichtigen (mind. 0,5 % Längsgefälle und mind. 2,5 % Quergefälle). Das bedeutet 0,5 cm bzw. 2-3 cm Höhenunterschied auf 1 m.
Profi Tipp:
Bei der Verlegung im Splittbett bzw. Betonbett gelten die Richtlinien der ÖNORM B 2214 sowie jene der RVS. Anschließend wird diese Tragschicht durch Rütteln lagenweise verdichtet. Die Schichtstärke soll den zu erwartenden Belastungen des Pflasters angepasst werden: mindestens 20 cm für Pkw-, mindestens 30 cm für Lkw-Verkehr. Auf die verdichtete Tragschicht kommt die obere Tragschicht, die aus Kantkorn Korngröße 0/18 mm besteht.
Wichtig:
Längs- und Quergefälle berücksichtigen. Folglich wird auch die obere Tragschicht durch Rütteln verdichtet. Die fertige Oberfläche soll eine Ebenheit von +/- 1 cm auf 4 m Länge aufweisen.
2. Schritt - Splittbett aufbringen und abziehen
Auf der verdichteten oberen Tragschicht wird ein loses Splittbett Korngröße 2/5 in einer Stärke von 4-6 cm angelegt. Am besten geht das mit Formschienen (2-6 cm) als Lehre. Den Splitt anschließend mit einer Aluplatte auf den
Formrohren abziehen.
Wichtig:
Das fertige Splittbett darf nun weder verdichtet noch betreten werden!
Profi-Tipp:
Ziehen Sie nur so viel ab, wie Sie an einem Tag mit Pflastersteinen verlegen können.
3. Schritt - Verlegen / Schneiden
Beginnen Sie in einer Ecke mit einem rechten Winkel (Schnur spannen!) – wenn möglich, am tiefsten Punkt der Fläche. Die Pflastersteine müssen höhen-, winkel- und fluchtgerecht versetzt werden. Arbeiten Sie immer über Kopf von der jeweils verlegten Fläche aus! Die verlegte Fläche darf gleich betreten werden. Bei der ersten Steinreihe ist darauf zu achten, dass diese in einem rechten Winkel zur Begrenzungsfläche angelegt wird, um unnötiges Schneiden zu vermeiden. Achten Sie auf eine Fugenbreite von mindestens 5 mm (niemals knirsch verlegen)! Kontrolle der Fugenlinie am leichtesten durch parallel gespannte Schnüre oder eine Messlatte alle 2-3 Meter. Wenn keine Randeinfassungen vorhanden sind, hilft Ihnen eine Betonrückstütze als Begrenzung, um ein Abrutschen zum Rand hin zu vermeiden.
Profi-Tipp:
Für ein optisch ansprechendes und natürliches Aussehen sowie einer homogenen Farbverteilung mischen Sie färbige Steine unbedingt aus mehreren Paletten! Keine Steine mit sichtbaren Mängeln (Transportschäden etc.) einbauen!
4. Schritt - Verfugen
Wenn die komplette Fläche fertig verlegt ist, beginnen Sie mit dem Verfugen. Kehren Sie die Fugen mit trockenem Sand 0/2 mm ein. Nur in trockenem Zustand einkehren!
Wichtig:
Fugen sind Wartungstypen und sollten regelmäßig nachgebessert bzw. aufgefüllt werden!
5. Schritt - Fugensand einrütteln /Wässern
Überschüssigen Fugensand abkehren. Danach rütteln Sie die Steine mit einer Rüttelplatte mit Gummiaufsatz ab (verhindert Beschädigungen) – einmal längs und einmal quer! Nur in trockenem Zustand rütteln! Nach dem Verdichten ist die Fläche nochmals mit Wasser und Sand einzuschlämmen, bis die Fugen vollständig gefüllt sind.
Profi-Tipp:
Streuen Sie nach dem Rütteln noch etwas Fugensand aufs Pflaster und lassen Sie ihn möglichst 2-3 Wochen auf der Fläche liegen – danach nochmals einkehren!
Fertig!
Verlegen begrünbarer Flächensysteme
Die Verlegung erfolgt wie bei Verbundsteinen, sie dürfen jedoch nicht abgerüttelt werden. Füllen Sie die Hohlräume mit einem Humus-Sand-Gemisch und besamen Sie diese mit entsprechenden Grassorten oder bringen Sie ein Humus-Grassamen-Gemisch ein.